No Code oder Low Code in der Workflow-Automatisierung: Chancen und Herausforderungen

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31. März 2025

Die Automatisierung von Geschäftsprozessen ist ein zentraler Bestandteil des Business Process Managements (BPM). Dabei stehen Unternehmen vor der Entscheidung, welche Technologie sie einsetzen: No-Code oder Low-Code. Beide Ansätze versprechen eine vereinfachte Implementierung von Workflows, unterscheiden sich jedoch in Flexibilität, Einsatzmöglichkeiten und Anforderungen. In diesem Beitrag beleuchten wir die Unterschiede zwischen No-Code und Low-Code, ihre jeweiligen Vorteile sowie die Herausforderungen, die bei der Auswahl und Implementierung zu beachten sind.


Was bedeuten No-Code und Low-Code?

  • No-Code: Dieser Ansatz ermöglicht die Erstellung von Workflows ohne jegliche Programmierkenntnisse. Durch visuelle Interfaces und vorgefertigte Bausteine können Nutzer Prozesse definieren und automatisieren.

  • Low-Code: Während auch hier visuelle Tools zum Einsatz kommen, bietet der Low-Code-Ansatz die Möglichkeit, bei Bedarf eigenen Programmcode zu integrieren. Dies erlaubt die Anpassung und Erweiterung von Workflows über die vorgefertigten Bausteine hinaus, was besonders bei komplexen oder spezifischen Anforderungen von Vorteil ist. Allerdings sind hierfür grundlegende Programmierkenntnisse erforderlich.

Vorteile von No-Code und Low-Code im BPM

No-Code:

  • Schnelle Umsetzung: Durch die Nutzung vorgefertigter Module können Prozesse zügig implementiert werden.

  • Geringe Einstiegshürde: Auch Mitarbeiter ohne IT-Hintergrund können Workflows erstellen und anpassen.

  • Kosteneffizienz: Weniger Bedarf an spezialisierten Entwicklern kann zu Kosteneinsparungen führen.

Low-Code:

  • Hohe Flexibilität: Die Möglichkeit, eigenen Code zu integrieren, erlaubt maßgeschneiderte Lösungen.

  • Integration: Komplexe Schnittstellen zu bestehenden Systemen können leichter realisiert werden.

  • Skalierbarkeit: Anpassungen und Erweiterungen sind einfacher umzusetzen, was zukünftiges Wachstum unterstützt.


Herausforderungen bei der Implementierung

Begrenzte Anpassungsmöglichkeiten bei No-Code: No-Code-Plattformen sind ideal für einfache und standardisierte Prozesse, stoßen jedoch schnell an ihre Grenzen, wenn individuelle Anpassungen erforderlich sind. Unternehmen müssen sich bewusst sein, dass sie mit vorgegebenen Bausteinen arbeiten und nur begrenzten Spielraum für spezielle Anforderungen haben.

Technische Anforderungen bei Low-Code: Low-Code-Lösungen bieten mehr Flexibilität, erfordern aber auch ein gewisses Maß an Programmierverständnis. Wer den vollen Nutzen aus einer Low-Code-Plattform ziehen möchte, benötigt entsprechende Fachkräfte oder Schulungen für die Mitarbeitenden.

Wartung und Skalierbarkeit: Während No-Code-Anwendungen schnell einsatzbereit sind, kann die langfristige Wartung problematisch werden, wenn Prozesse erweitert oder integriert werden müssen. Low-Code-Plattformen bieten hier mehr Möglichkeiten, bringen aber die Herausforderung mit sich, dass entwickelter Code kontinuierlich gepflegt werden muss, um Updates, Sicherheitsanforderungen und sich ändernde Geschäftsprozesse zu berücksichtigen.



Fazit

Die Wahl zwischen No-Code und Low-Code im Kontext der Workflow-Automatisierung hängt maßgeblich von den individuellen Anforderungen und Ressourcen eines Unternehmens ab. No-Code-Plattformen eignen sich hervorragend für schnelle und einfache Implementierungen ohne tiefgehende IT-Kenntnisse. Für komplexere Prozesse, die maßgeschneiderte Lösungen erfordern, bieten Low-Code-Plattformen die nötige Flexibilität, setzen jedoch technisches Know-how voraus. Unternehmen sollten daher sorgfältig abwägen, welcher Ansatz ihren spezifischen Bedürfnissen am besten entspricht, um die Vorteile der Workflow-Automatisierung optimal zu nutzen.